Auf Papier ist Corporate Design gut geregelt: Logo, Farben, Schriften, Raster, Bildstil. Im Video bewegen sich die Elemente, Text steht nur wenige Sekunden, der Ton gehört zur Marke, und derselbe Film muss in 16:9, 9:16 und 1:1 funktionieren. Produzieren dann noch HR, Vertrieb und interne Kommunikation eigene Filme, driftet das Erscheinungsbild schnell auseinander. Was Corporate Design insgesamt umfasst, steht im Glossar.
Was im Video zum Corporate Design dazukommt
| CD-Element | Was im Video dazukommt | Prüffrage |
|---|---|---|
| Logo | Animation, Platzierung im Hochformat, Schutzraum in jedem Format | Ist das Logo in jedem Seitenverhältnis vollständig und mit Schutzraum zu sehen? |
| Farben | Rollen für Hintergrund, Text und Hervorhebung, Wirkung auf Bildschirmen | Hat jede Farbe eine feste Rolle, und stimmt der Kontrast? |
| Typografie | Lesezeit, Mindestgröße auf dem Smartphone, Hausschrift im Schnittprogramm | Kann man jeden Text in der Zeit lesen, in der er steht? |
| Formensprache | wie Formen erscheinen, sich bewegen und verschwinden | Passen die Bewegungen zu den Formen? |
| Bildstil | Fotos, Illustration, Bewegung von Standbildern | Sehen alle Bilder aus wie von einer Marke? |
| Bewegung | Tempo, Beschleunigung, Übergänge | Bewegt sich die Marke ruhig, ausgewogen oder dynamisch, und das in jedem Film gleich? |
| Ton | Stimme, Musik, Aussprache | Klingt der Film nach der Marke? |
| Sprache | Schreibweisen, Anrede, verbotene Begriffe | Stimmen Schreibweisen und Begriffe mit den Regeln überein? |
Die Elemente im Detail
Logo, Intro und Outro
Das Logo taucht im Video meist am Anfang und am Ende auf. Leg fest, wie es erscheint, wie lange es steht und wo es im Hochformat sitzt. Viele Marken haben für Intro und Outro eine feste Logo-Animation, die einmal festgelegt wird und dann in jedem Film vorkommt.
Farben mit Rollen
Ein Film kann alle Markenfarben verwenden und trotzdem falsch wirken, wenn die Rollen nicht stimmen. Leg fest, welche Farbe Hintergrund ist, welche Text trägt und welche nur Hervorhebungen dient. Kontraste prüfst du am Bildschirm und nicht nur im PDF. Zur Orientierung taugen die Kontrastempfehlungen der WCAG, der verbreiteten Richtlinien für barrierefreie Webinhalte.
Typografie und Lesezeit
In Schnittprogrammen fehlt die Hausschrift oft, und dann nimmt jemand schnell eine Ersatzschrift. Halte die Schriftdateien bereit und kläre, ob die Lizenz die Nutzung im Video abdeckt. Neu ist im Video die Lesezeit: Ein Satz, der nach zwei Sekunden verschwindet, ist nicht gelesen. Auf dem Smartphone braucht Text außerdem eine Mindestgröße.
Bewegung und Tempo
In klassischen CD-Manuals fehlt meist die Bewegung. Wie schnell erscheinen Texte, wie weich bremsen Elemente ab, wie wechseln Szenen? Eine Versicherung bewegt sich anders als ein Sportartikelhersteller. Diese Regeln gehören in einen Motion-Styleguide, und was das genau ist, erklärt der Ratgeber Was ist ein Motion-Styleguide?.
Ton und Sprache
Zur Marke gehört auch, wie sie klingt. Leg eine Stimme je Sprache fest, regle die Aussprache von Firmen- und Produktnamen und entscheide, welche Musik passt. Die Musik darf den Sprecher nicht übertönen; in mint wird sie unter dem Sprecher automatisch leiser. Schreibweisen, Anrede und verbotene Begriffe gelten im Video genauso wie im Text.
KI-Kennzeichnung
Werden Bilder, Szenen oder Stimmen mit KI erzeugt, kann eine Kennzeichnung nötig oder gewünscht sein. Leg einheitlich fest, wie und wo sie erscheint, damit sie nicht in jedem Film anders aussieht. In mint gehört die KI-Kennzeichnung ins Brand Kit. Unsere Haltung dazu steht unter Verantwortungsvolle KI.
Typische CD-Verstöße in Videos
- Eine Ersatzschrift, weil die Hausschrift im Schnittprogramm fehlte.
- Farben ohne Rollen, etwa Text in der Akzentfarbe und Hervorhebung in der Grundfarbe.
- Abgeschnittene Elemente im Hochformat, weil jemand einen 16:9-Film einfach zugeschnitten hat.
- Texteinblendungen, die so kurz stehen, dass niemand sie lesen kann.
- Uneinheitliches Tempo, jeder Film mit anderen Übergängen und Effekten.
- Falsch ausgesprochene Produktnamen.
- Stockbilder, die nicht zum Bildstil der Marke passen.
So sicherst du das Corporate Design dauerhaft
Aufgeschriebene Regeln helfen erst, wenn sie dort greifen, wo die Filme entstehen. In mint passiert das auf vier Ebenen:
- Motion-Styleguide: Er wird einmal aus Website, Präsentation, Bildern oder Video angelegt, mit Farbwelt und Rollen, Hausschriften und Typoskala, Formensprache, Bildstil, Layouts für 16:9, 9:16 und 1:1, Übergängen, Temperament und Regeln für Kontraste und Mindestgrößen. Jeder Film entsteht aus diesem Styleguide.
- Brand Kit: Im Brand Kit liegen Logos, Farben, Icons, Mediathek, Intro und Outro, die Stimme je Sprache, das Aussprache-Lexikon, Musik, Schreibweisen, verbotene Begriffe und die KI-Kennzeichnung.
- Automatische Qualitätsprüfung: mint prüft auf Textüberlauf, Mindestschriftgröße, Lesezeit, Ränder und Farbsprünge.
- Freigaben im Team: Rollen für Viewer, User und Company-Admin, Kommentare mit Zeitmarke und die Fassungen V1, V2 und V3. Mehr dazu unter Zusammenarbeit und Freigaben.
Gesperrt wird dabei nichts. Die Regeln geben den Rahmen vor, und jede Folie und jeder Text bleibt frei bearbeitbar, damit Teams auf besondere Fälle reagieren können.
Tipp: Prüfe vorab mit dem Styleguide-Check, welche Farben, Kontraste und Rollen in einem Bild deiner Marke stecken. Damit hast du einen guten Einstieg ins Gespräch mit Brand.
Zuständigkeiten klären: Wer verantwortet was?
Wenn Corporate Design im Video scheitert, liegt es meist an unklaren Zuständigkeiten. Eine einfache Aufteilung reicht oft schon:
| Aufgabe | Zuständig |
|---|---|
| Motion-Styleguide und Brand Kit pflegen | Brand oder Corporate Communications |
| Filme produzieren | Fachteams wie HR, Vertrieb, Learning & Development oder interne Kommunikation |
| Inhaltliche Freigabe | Fachbereich, bei Bedarf Rechtsabteilung |
| CD-Abnahme | Brand, anfangs bei jedem Film, später stichprobenartig |
| Rollen und Zugänge verwalten | Company-Admin |
Legt Brand die Grundlagen einmal sauber an, müssen die Fachteams nicht jede Designfrage neu stellen. Brand muss dann nicht jeden Film von Grund auf prüfen und kann sich auf das konzentrieren, was keine automatische Prüfung erkennt: ob der Film in Inhalt und Ton zur Marke passt.
Ein Design, drei Formate
Oft wird der 16:9-Film für Social Media einfach hochkant zugeschnitten, und dabei verschwinden Logo, Text oder Bildteile. Besser sind eigene Layouts je Seitenverhältnis, die dieselben Regeln anders anordnen. In mint enthält der Motion-Styleguide Layouts für 16:9, 9:16 und 1:1, und aus einem Briefing entstehen alle drei Fassungen als MP4 in Full HD. Details stehen unter Formate und Export.
Viele Marken, viele Styleguides: Corporate Design in Agenturen
Agenturen betreuen viele Kundenmarken mit jeweils eigenem Corporate Design. Legst du je Kunde einen eigenen Motion-Styleguide an, entstehen Pitches und Varianten in hohem Tempo, ohne dass sich Marken vermischen. Die Kundenfreigabe läuft über Kommentare und Fassungen. Mehr dazu unter mint für Agenturen.
Checkliste für die CD-Abnahme eines Films
- Logo vollständig, mit Schutzraum, in jedem Format
- Hausschrift verwendet, keine Ersatzschrift
- Farben in ihren Rollen, Kontraste auf dem Bildschirm geprüft
- Jeder Text lange genug zu sehen und groß genug fürs Smartphone
- Übergänge und Tempo passend zur Marke
- Bilder im Bildstil der Marke
- Stimme, Aussprache und Musik wie im Brand Kit festgelegt
- Schreibweisen und verbotene Begriffe geprüft
- Eigene Layouts für 16:9, 9:16 und 1:1 statt Zuschnitt
- KI-Kennzeichnung gesetzt, wenn deine Richtlinie sie verlangt