Ein neues Produkt, ein neues Feature, ein Relaunch: Produktmarketing und Vertrieb brauchen einen Film, der in kurzer Zeit erklärt, warum sich das Produkt lohnt. Ein guter Produkt-Erklärfilm beschränkt sich dabei auf das, was für die Zielgruppe zählt. Hier liest du, wie du ihn in sieben Schritten produzierst, mit Beispielen aus mint.
Schritt 1: Zielgruppe und Einsatzort klären
Derselbe Film funktioniert selten überall. Kläre zuerst, wo er laufen soll, denn daraus folgen Länge, Format und Tonalität.
| Einsatzort | Wer schaut | Richtlänge | Format |
|---|---|---|---|
| Website oder Produktseite | Interessierte, die vergleichen | 60–90 Sekunden | 16:9 |
| Vertriebsgespräch, Angebot | Entscheiderinnen und Entscheider | 90–120 Sekunden | 16:9 |
| Social Media, Anzeigen | Menschen, die das Produkt noch nicht kennen | 15–30 Sekunden | 9:16 und 1:1 |
| Messe-Bildschirm | Vorbeigehende, oft ohne Ton | 30–60 Sekunden als Schleife | 16:9 |
| Support und Hilfe-Center | Kundinnen und Kunden mit konkreter Frage | 1–3 Minuten je Funktion | 16:9 |
Wenn mehrere Einsatzorte geplant sind, legst du eine Hauptfassung fest und leitest die anderen daraus ab. Das ist einfacher, als einen Film für alle Kanäle gleichzeitig zu optimieren.
Schritt 2: Den Kernnutzen in einem Satz formulieren
Am häufigsten scheitern Produktfilme daran, dass sie Funktionen aufzählen. Wer kauft, will ein Problem gelöst haben. Formuliere deshalb den Kernnutzen in einem Satz, der ohne Fachbegriffe auskommt.
Beispiel: Ein Softwarehaus (erfundenes Beispiel) bringt ein Tool für Schichtplanung heraus. ✗ „Unser Tool bietet KI-gestützte Schichtplanung mit Echtzeit-Synchronisation.“ ✓ „Dein Schichtplan steht in zehn Minuten statt in einem halben Tag, und alle sehen Änderungen sofort auf dem Handy.“
Prüfe den Satz mit einer einfachen Frage: Würde jemand aus der Zielgruppe nicken? Wenn nicht, ist er noch zu abstrakt. Hilfreich ist auch, den Satz Kolleginnen und Kollegen aus dem Vertrieb vorzulesen. Sie hören jeden Tag, welche Probleme Kundinnen und Kunden wirklich haben.
Schritt 3: Die Filmart wählen
Produkt-Erklärfilme lassen sich auf drei Arten erzählen:
- mint motion design zeigt Produktlogik mit typografischen Motion Graphics im exakten Corporate Design: Kennzahlen, Vergleiche, Prozesse und Screenshots in Layouts deiner Marke. Das passt zu Software, Dienstleistungen und erklärungsbedürftigen B2B-Produkten.
- mint explainer erzählt mit KI-Bildern und Szenen. Das ist gut, wenn eine Anwendungssituation gezeigt werden soll, etwa ein Servicetechniker beim Kunden. Die Bibliothek umfasst fast 400 Bildstile in acht Kategorien, von Illustration bis Foto-Look.
- mint cinematic wirkt wie ein gedrehter Film, mit Figuren, Orten und Kamerafahrten. Das passt zu einem emotionalen Launch-Film.
Schritt 4: Das Skript schreiben
Produkt-Erklärfilme folgen am besten einer klaren Dramaturgie. Bei einem 90-Sekunden-Film kann die Aufteilung so aussehen:
| Teil | Frage | Dauer |
|---|---|---|
| Problem | Was stört die Zielgruppe heute? | etwa 15 Sekunden |
| Lösung | Was ist das Produkt, in einem Satz? | etwa 10 Sekunden |
| So funktioniert es | Wie sieht das in drei Schritten aus? | etwa 40 Sekunden |
| Nutzen und Beleg | Was ändert sich, und woran merkt man es? | etwa 15 Sekunden |
| Handlung | Was soll die Person jetzt tun? | etwa 10 Sekunden |
Schreib fürs Ohr: kurze Sätze, aktive Verben, ein Gedanke pro Satz. Zeig höchstens drei Funktionen, auch wenn das Produkt dreißig hat. Ausführliche Tipps stehen im Ratgeber Erklärfilm-Skript schreiben. Den fertigen Text kann mint wörtlich übernehmen, glätten oder frei formulieren, je nachdem, wie weit er schon abgestimmt ist.
Tipp: Nutze im Teil „Nutzen und Beleg“ nur Zahlen, die du belegen kannst, zum Beispiel aus einem Kundenprojekt mit Freigabe. Eine unbelegte Zahl kostet mehr Vertrauen, als sie gewinnt.
Beispiel: So kann die 30-Sekunden-Fassung für das erfundene Schichtplanungs-Tool klingen. Problem: „Sonntagabend, der Schichtplan für die Woche steht immer noch nicht.“ Lösung: „Mit Planwerk steht dein Schichtplan in zehn Minuten.“ So funktioniert es: „Verfügbarkeiten kommen per App, der Plan entsteht per Klick, Änderungen sehen alle sofort.“ Handlung: „Jetzt Demo buchen.“ Das sind rund 35 Wörter, und es bleibt genug Luft für Bilder und eine kurze Pause vor der Handlung.
Schritt 5: Produktmaterial einbringen
Zeig das Produkt selbst. Lade Screenshots, Produktfotos und Bildschirmaufnahmen als PNG, JPG, WebP, MP4, MOV oder WebM hoch. mint verarbeitet sie im Markendesign, und Produktfotos lassen sich per Bild-zu-Video in Bewegung setzen. Datenblätter oder Release Notes als PDF oder DOCX gibst du über den Chat-Agenten in den Film.
Im Brand Kit hinterlegst du Produkte, Logos, Icons und die richtigen Schreibweisen. Mit dem Aussprache-Lexikon spricht der Sprecher Produktnamen und Abkürzungen richtig aus, auch beim zehnten Film.
Schritt 6: Den Entwurf schärfen und abstimmen
Aus Styleguide und Briefing entsteht der erste Entwurf. Feinschliff gibst du im Regie-Chat mit dem KI-Agenten, etwa „Szene 4 ruhiger, mehr Fokus auf die Kennzahl“, oder direkt im Editor. Das Rendern dauert rund 25 Sekunden je Szene.
Hol Produktmanagement und Vertrieb früh dazu. Kommentare mit Zeitmarke und Anhängen zeigen genau, wo eine Funktion falsch dargestellt ist, und die Fassungen V1, V2 und V3 bleiben nachvollziehbar. Prüfe besonders:
- Stimmen Funktionen, Namen und Screenshots mit dem aktuellen Release überein?
- Versteht jemand ohne Vorwissen den Kernnutzen in den ersten Sekunden?
- Ist jede Zahl belegt und freigegeben?
- Ist die Handlung am Ende klar, zum Beispiel „Demo buchen“?
Schritt 7: Für jeden Kanal exportieren
mint exportiert MP4 in Full HD als 16:9, 9:16 und 1:1. Für Social Media kürzt du den Film auf den Kern: Problem, Lösung, Handlung. Untertitel gibt es als SRT-Datei. Sie sind wichtig für Messe-Bildschirme und für Feeds, in denen ohne Ton geschaut wird. Mehr zu Formaten unter Formate und Export.
Kommt ein neues Release, aktualisierst du die betroffenen Szenen, statt den Film neu zu produzieren. Jede Folie und jeder Text bleibt frei bearbeitbar.
Den Film im Vertrieb einsetzen
Ein Produkt-Erklärfilm nützt erst, wenn er im Alltag eingesetzt wird. Sprich deshalb mit dem Vertrieb, bevor der Film fertig ist, und plane die Einsätze gleich mit:
- Nach dem Erstgespräch: Der Film geht als Link in der Follow-up-Mail mit und erklärt das Produkt auch denen, die nicht im Termin waren.
- Im Angebot: Eine längere Fassung mit Fokus auf Nutzen und Ablauf hilft Entscheiderinnen und Entscheidern, die das Angebot intern weitergeben.
- In der Präsentation: Der Film ersetzt drei erklärende Folien und schafft Zeit für Fragen.
- Auf LinkedIn und in Anzeigen: Die Kurzfassung in 9:16 oder 1:1 macht neugierig und führt zur Produktseite.
Wenn der Vertrieb unterschiedliche Branchen anspricht, lohnen sich eigene Fassungen mit passenden Beispielen. Weil Design und Grundaufbau gleich bleiben, unterscheiden sie sich nur in den Szenen, die wirklich anders sein müssen.
Typische Fehler bei Produkt-Erklärfilmen
- Feature-Liste statt Nutzen. Die Zielgruppe will wissen, was sich für sie ändert.
- Zu spät zum Punkt. Wer erst nach einer halben Minute erfährt, worum es geht, ist oft schon weg.
- Zu viele Bildschirmtexte. Der Sprecher erklärt, der Text im Bild zeigt nur Schlüsselbegriffe.
- Ein Film für alle Kanäle. Die Website-Fassung ist für Social Media zu lang.
Weitere Anregungen findest du unter Produktvideos erstellen und Videos für Vertrieb und Produktmarketing. Welche Länge zu welchem Kanal passt, klärt der Artikel Wie lang sollte ein Erklärfilm sein?.