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Ratgeber · Skript

So schreibst du das Skript für einen Erklärfilm

Ein gutes Erklärfilm-Skript ist kurz, folgt einer klaren Dramaturgie und ist so geschrieben, dass es sich gut anhört. Hier findest du den Aufbau in fünf Teilen, die wichtigsten Schreibregeln und eine Vorlage zum Kopieren.

7 Min. LesezeitStand Oktober 2026

Erklärfilm: KleopatraErklärfilm · 16:9 · 1:15

Das Skript ist der Bauplan des Erklärfilms. Es legt fest, was gesagt wird, was zu sehen ist und in welcher Reihenfolge. Mit einem guten Skript wird die Produktion leicht, und ein schwaches rettet auch die beste Animation nicht. Hier geht es darum, wie du ein Erklärfilm-Skript aufbaust, wie du fürs Ohr schreibst und wie lang der Text sein darf.

Was ein Erklärfilm-Skript enthält

Ein Erklärfilm-Skript hat zwei Spalten: links der Sprechertext, also das spätere Voice-over, rechts die Bildidee. Jede Zeile ist eine Szene. So sieht jeder Beteiligte sofort, was gesagt und was gezeigt wird und ob beides zusammenpasst. Aus dem Skript entsteht später das Storyboard, also die Abfolge der Bilder.

Bevor du schreibst, brauchst du ein Briefing mit Ziel, Zielgruppe und Kernbotschaft. Wie das aussieht, steht im Ratgeber Film-Briefing schreiben.

Der Aufbau in fünf Teilen

Die meisten Erklärfilme folgen derselben Dramaturgie. Sie funktioniert für Produkte, Prozesse und interne Themen gleichermaßen.

TeilAufgabeAnteil am Film
1. Einstieg und Problemabholen mit einer Situation oder Frage, die die Zielgruppe kenntrund 15 %
2. Lösungdie Antwort in einem Satzrund 10 %
3. So funktioniert esdrei Schritte, Funktionen oder Argumenterund 50 %
4. Nutzenwas sich ändert, möglichst konkretrund 15 %
5. Handlungwas die Person jetzt tun sollrund 10 %

Im Mittelteil stehen drei Schritte, weil sich drei Punkte gut merken lassen. Bei fünf oder mehr wird es schnell unübersichtlich. Wenn du mehr zu sagen hast, plane einen zweiten Film.

Der Einstieg: drei Varianten für die ersten Sätze

Der erste Satz holt die Zielgruppe dort ab, wo sie gerade steht. Drei Einstiege funktionieren in fast jedem Erklärfilm:

  • Die Frage: „Wie viele Stunden kostet dich die Reisekostenabrechnung im Monat?“ Die Zuschauenden beantworten sie im Kopf und sind damit schon im Thema.
  • Die Situation: „Montagmorgen, drei neue Kolleginnen starten, und keine hat einen Zugang.“ Eine Szene aus dem Alltag, die jeder kennt.
  • Die Zahl: „Fast jede zweite Rückfrage im Service betrifft dieselbe Einstellung.“ Nur verwenden, wenn die Zahl belegt ist.

Vermeide Einstiege wie „In diesem Video erfährst du …“ oder eine lange Vorstellung des Unternehmens. Beides verschiebt den eigentlichen Inhalt nach hinten.

Schreiben fürs Ohr: die wichtigsten Regeln

Dein Publikum hört das Skript, es liest es nicht mit. Was auf Papier elegant aussieht, klingt gesprochen oft schwerfällig. Diese Regeln helfen:

  • Kurze Sätze. Ein Gedanke pro Satz. Nebensätze nur, wenn sie wirklich nötig sind.
  • Verben statt Substantive. „Du reichst den Antrag ein“ statt „Die Einreichung des Antrags erfolgt“.
  • Aktiv statt passiv. Man soll hören, wer was tut.
  • Direkte Ansprache. Sprich die Zuschauenden an, statt über „man“ zu reden.
  • Zahlen runden. „Fast ein Drittel“ bleibt eher hängen als „31,4 Prozent“. Exakte Zahlen gehören ins Bild.
  • Keine Klammern, wenige Abkürzungen. Klammern lassen sich nicht sprechen, und Abkürzungen versteht nicht jeder.
  • Laut lesen. Jede Stelle, an der du stolperst, stolpert auch der Sprecher.

Vorher und nachher

✗ „Mit der Implementierung der neuen Softwarelösung wird eine signifikante Optimierung der Prozesseffizienz im Bereich der Reisekostenabrechnung realisiert.“

✓ „Mit dem neuen Tool rechnest du Reisekosten schneller ab. Beleg fotografieren, hochladen, fertig.“

Bild und Text zusammen denken

Sprecher und Bild ergänzen sich: Der Sprecher erklärt, das Bild zeigt. Text im Bild beschränkt sich auf Schlüsselbegriffe, Zahlen und Schritte. Sagt der Sprecher „drei Schritte“, erscheinen im Bild die drei Schritte als kurze Liste und nicht der ganze Satz.

Denk beim Schreiben an die Szenentypen, die dir zur Verfügung stehen. In einem Motion-Styleguide von mint sind das zum Beispiel Titel, Kennzahl, Liste, Vergleich, Prozess, Bild mit Text, Aussage und Abschluss. Wer in diesen Bausteinen denkt, schreibt Skripte, die sich direkt umsetzen lassen.

Wie lang darf das Skript sein?

Als Faustregel spricht ein Sprecher in ruhigem Erklärtempo etwa 120 bis 140 Wörter pro Minute. Für einen 60-Sekunden-Film heißt das: rund 130 Wörter, inklusive Einstieg und Handlung. Das ist weniger, als die meisten erwarten. Plane außerdem kurze Pausen ein, damit Bilder wirken können.

FilmlängeWörter im Sprechertext (bei etwa 130 Wörtern pro Minute)
30 Sekundenetwa 65
60 Sekundenetwa 130
90 Sekundenetwa 195
2 Minutenetwa 260
3 Minutenetwa 390

Den genauen Wert für deinen Text liefert der Skript-Längenrechner. Welche Länge zu welchem Zweck passt, steht im Ratgeber Wie lang sollte ein Erklärfilm sein?.

Tipp: Schreib zuerst eine zu lange Fassung und kürze sie dann um ein Drittel. Was dabei niemandem fehlt, kann draußen bleiben.

Die Skript-Vorlage zum Kopieren

ERKLÄRFILM-SKRIPT

Titel:
Ziellänge in Sekunden:
Wörter (etwa 130 pro Minute):
Zielgruppe:
Kernbotschaft (ein Satz):
Sprechertext übernehmen: wörtlich / glätten / frei formulieren

SZENE 1 – EINSTIEG
Sprechertext:
Bild und Text im Bild:

SZENE 2 – PROBLEM
Sprechertext:
Bild und Text im Bild:

SZENE 3 – LÖSUNG IN EINEM SATZ
Sprechertext:
Bild und Text im Bild:

SZENE 4 – SCHRITT 1
Sprechertext:
Bild und Text im Bild:

SZENE 5 – SCHRITT 2
Sprechertext:
Bild und Text im Bild:

SZENE 6 – SCHRITT 3
Sprechertext:
Bild und Text im Bild:

SZENE 7 – NUTZEN
Sprechertext:
Bild und Text im Bild:

SZENE 8 – HANDLUNG
Sprechertext:
Bild und Text im Bild:

NOTIZEN FÜR SPRECHER UND TON
Tonalität:
Aussprache (Namen, Fachbegriffe):
Musik:

Typische Fehler im Erklärfilm-Skript

  • Zu viel Inhalt. Wer alles erklären will, erklärt am Ende kaum etwas gründlich. Streiche, bis nur die Kernbotschaft und drei Punkte übrig sind.
  • Fachsprache aus dem Datenblatt. Was im Produktmanagement selbstverständlich ist, verstehen andere nicht. Erkläre jeden Fachbegriff beim ersten Auftreten oder ersetze ihn.
  • Der Text beschreibt das Bild. „Hier sehen wir den Startbildschirm“ verschenkt Zeit. Sag lieber, warum der Bildschirm wichtig ist.
  • Keine Handlung am Ende. Ohne klare Aufforderung bleibt der Film folgenlos. Sag konkret, was als Nächstes passieren soll.
  • Text nie laut gelesen. Schachtelsätze und Zungenbrecher fallen erst beim Sprechen auf.

Das Skript abstimmen

Lass das Skript freigeben, bevor die Produktion beginnt. Jede Änderung am Text verändert Timing und Bilder, deshalb ist eine späte Textänderung aufwendiger als eine frühe. Gut funktioniert ein kurzer Termin, in dem eine Person das Skript laut vorliest und alle Beteiligten zuhören. Dabei fällt auf, was unklar, zu lang oder fachlich ungenau ist. Danach gilt der Text als abgestimmt, und nur noch echte Fehler werden korrigiert.

Vom Skript zum Film mit mint

In mint gibst du dein Skript als Sprechertext ins Briefing. Du entscheidest, ob mint es wörtlich übernimmt, glättet oder frei formuliert. Bei geprüften Texten wählst du „wörtlich“. Hast du nur Stichpunkte, darf mint frei formulieren, und du schärfst danach im Regie-Chat oder im Editor nach.

Die KI-Stimmen von ElevenLabs sprechen mit Emotion und Betonung, und über das Aussprache-Lexikon im Brand Kit klingen Produktnamen und Fachbegriffe richtig. Mit Kinetik erscheint Text auf den Takt der Musik. Mehr zu Stimmen unter KI-Stimmen und Musik. Wie der ganze Film entsteht, zeigt die Seite Erklärfilm mit KI erstellen.

Checkliste für dein Skript

  • Die Kernbotschaft steht in einem Satz über dem Skript.
  • Der Einstieg holt die Zielgruppe in einer Situation ab, die sie kennt.
  • Der Mittelteil hat höchstens drei Schritte oder Argumente.
  • Jeder Satz enthält nur einen Gedanken.
  • Die Wortzahl passt zur Ziellänge.
  • Zu jeder Szene gibt es eine Bildidee.
  • Am Ende steht eine klare Handlung.
  • Du hast den Text einmal laut gelesen.

Filme aus mint

Alle Filme sind mit mint entstanden. Firmen und Personen sind frei erfunden. Alle Filmbeispiele

Erklärvideo TierclubProdukt-Erklärfilm · 16:9 · 1:36
Datenschutz am Telefon: Wer darf was erfahren?Stil Violett Labor · 16:9 · 1:16
Feedback, das ankommtStil Scrapbook Blau · 16:9 · 1:02

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Wörter braucht ein Skript für 60 Sekunden?

Als Faustregel etwa 120 bis 140 Wörter, wenn in ruhigem Erklärtempo gesprochen wird. Plane kurze Pausen ein, damit Bilder wirken können. Den Wert für deinen konkreten Text rechnet der Skript-Längenrechner aus.

Was ist der Unterschied zwischen Skript und Storyboard?

Das Skript legt fest, was gesagt wird und welche Bildidee zu jeder Szene gehört. Das Storyboard zeigt die Szenen als Bilder in ihrer Reihenfolge. Das Skript kommt zuerst, das Storyboard baut darauf auf.

Sollte der Text im Bild dem Sprechertext entsprechen?

Nein. Der Sprecher erklärt, der Text im Bild zeigt nur Schlüsselbegriffe, Zahlen und Schritte. Wer denselben langen Satz gleichzeitig hört und liest, wird eher abgelenkt als unterstützt.

Kann mint das Skript für mich schreiben?

Ja, wenn du es zulässt. Du entscheidest, ob mint deinen Sprechertext wörtlich übernimmt, glättet oder aus Briefing und Quellen frei formuliert. Prüfe den Text danach fachlich, bevor der Film freigegeben wird.

Du oder Sie im Erklärfilm?

Das hängt von deiner Marke und deiner Zielgruppe ab. Die Anrede sollte zu deinen anderen Kanälen passen und im ganzen Film gleich bleiben. Lege sie im Briefing fest, damit Sprechertext und Text im Bild übereinstimmen.

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Beispielfilm · mint

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Briefing

Was mint daraus gemacht hat