Zwei Ansätze für Unternehmensvideos
Synthesia und mint erzeugen beide Unternehmensvideos mit KI, lösen damit aber unterschiedliche Aufgaben. Bei Synthesia steht in der Regel eine KI-Person vor der Kamera und spricht einen Text. Bei mint stehen deine Marke und deine Inhalte im Bild: Kennzahlen, Abläufe, Botschaften und Bilder, animiert im exakten Corporate Design. Oder du lässt KI-generierte Filmszenen mit Figuren und Orten entstehen.
Für die Wahl zählt also vor allem, was dein Film zeigen soll. Die Angaben zu Synthesia stammen von der öffentlichen Website des Anbieters (Stand: Oktober 2026, Quellen unten).
Was Synthesia anbietet
Synthesia beschreibt sich auf seiner Website als KI-Video- und Avatar-Plattform für Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen KI-Avatare: Es gibt eine Auswahl fertiger Stock-Avatare, außerdem lassen sich persönliche Avatare aus einer eigenen Aufnahme erstellen, nach einer Einwilligung per Live-Aufnahme. Laut Website entstehen Videos in mehr als hundert Sprachen, und bestehende Videos lassen sich mit Stimmklon und Lippensynchronität übersetzen.
Als Einsatzfelder nennt Synthesia vor allem Training, Onboarding, interne Kommunikation, Vertrieb und Support. Videos lassen sich per Link teilen, einbetten oder als SCORM-Paket für Lernplattformen exportieren. Für ein einheitliches Erscheinungsbild gibt es Brand Kits mit Logos, Farben und Schriften. Außerdem hat Synthesia interaktive Avatare, etwa für Rollenspiele im Training.
Was mint anbietet
mint ist eine Browser-basierte Plattform mit drei Filmarten. Der Schwerpunkt ist mint motion design: Motion-Design-Filme im exakten Corporate Design, aus einem Briefing und dem Motion-Styleguide deiner Marke. Dazu kommen mint cinematic für KI-generierte Realfilm-Szenen mit Figuren, Orten und Kamerafahrten und mint explainer für Erklärfilme mit KI-Bildern, KI-Videoclips und Sprecher.
Der KI-Agent produziert, und du führst Regie, im Chat oder direkt im Editor. Jede Folie und jeder Text bleibt frei bearbeitbar. Avatare oder sprechende KI-Personen gibt es bei mint nicht.
Die Unterschiede im Detail
Avatar oder Motion Design
Der wichtigste Unterschied liegt im Bild. Ein Avatar-Video wirkt wie eine Präsentation durch eine Person: gut für persönliche Ansprache, Schulungen mit Moderation und Botschaften, die ein Gesicht brauchen. Motion Design zeigt den Inhalt selbst: Die Kennzahl zählt hoch, der Prozess baut sich Schritt für Schritt auf, die Liste erscheint im Takt des Sprechers. Das eignet sich für Quartalszahlen, Produktfunktionen, Abläufe und Regeln.
Brand Kit oder Motion-Styleguide
Beide Plattformen arbeiten mit Markenvorgaben. Synthesia nutzt laut Website Brand Kits für Logos, Farben und Schriften. Bei mint steht hinter jedem Film ein ganzer Motion-Styleguide. Er entsteht aus deiner Website, einer Präsentation, Bildern oder einem Video. Darin stecken Farbwelt mit Rollen, Typoskala, Formensprache, Layouts in 16:9, 9:16 und 1:1, Übergänge sowie Regeln für Kontraste und Mindestgrößen. Eigene Hausschriften kannst du hochladen und Folien als Layout-Vorlagen übernehmen. Ein neuer Styleguide entsteht in etwa 60–90 Minuten und wird einmal angelegt.
Sprachen und Übersetzung
Hier hat Synthesia laut Website deutlich mehr Breite: viele Sprachen, Dubbing mit Lippensynchronität, Stimmklon. Bei mint wählst du die Sprache je Film. Die KI-Stimmen von ElevenLabs sprechen bei mint motion design Deutsch, Englisch und Französisch, bei cinematic und explainer Deutsch, Englisch und Italienisch. Automatische Sprachfassungen gibt es bei motion design nicht. Wer ein Video regelmäßig in viele Sprachen bringen muss, ist bei einer Plattform mit Übersetzungsfunktion besser aufgehoben.
E-Learning und Lernplattformen
Synthesia bietet laut Website einen SCORM-Export. mint exportiert MP4 in Full HD, das sich in jedes LMS hochladen lässt. Für Lernfilme, die Abläufe und Regeln im Corporate Design zeigen, ist mint gut geeignet. Wie das aussieht, steht unter E-Learning-Videos erstellen.
Datenschutz und Betrieb
Bei mint liegen Hosting und Datenhaltung in der EU, bei Hetzner in Deutschland. mint schließt einen AVV, setzt technische und organisatorische Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO um und nutzt Kundendaten nicht für Modelltraining. Details stehen auf Sicherheit und Datenschutz. Synthesia nennt auf seiner Website DSGVO-Konformität, mehrere Zertifizierungen und eine Datenhaltung in der EU. Für die IT-Prüfung lohnt sich bei beiden ein Blick in die jeweiligen Unterlagen.
Wann Synthesia besser passt
- Eine Person soll im Film sprechen, etwa als Moderatorin einer Schulung oder als digitale Version der Geschäftsführung.
- Ein Video muss in viele Sprachen übersetzt werden, mit Lippensynchronität.
- Du brauchst SCORM-Pakete direkt aus dem Werkzeug.
- Du willst interaktive Rollenspiele mit Avataren im Training einsetzen.
Wann mint besser passt
- Deine Filme sollen exakt wie deine Marke aussehen, mit eigenen Schriften, Farbrollen und Layouts.
- Die Inhalte sind Kennzahlen, Prozesse, Listen und Botschaften, zum Beispiel Quartalszahlen, der Rollout eines neuen Tools oder eine Pflichtschulung.
- Du brauchst neben Motion Design auch KI-Filmszenen mit Figuren und Orten, etwa für Kampagnen oder Recruiting-Storys.
- Du willst eigene Fotos und Videos im Markendesign verarbeiten.
- Du bist eine Agentur mit vielen Kundenmarken und brauchst je Kunde einen Styleguide, Previsualisierung und die Übergabe an den Schnitt. Mehr dazu auf der Seite für Agenturen.
Beide nebeneinander nutzen
Avatar-Video und Motion Design schließen sich nicht aus. Ein Unternehmen kann die persönliche Begrüßung im Onboarding als Avatar-Video produzieren und Abläufe, Tools und Regeln als Motion-Design-Filme im Corporate Design. Einen breiteren Überblick gibt der Vergleich Synthesia-Alternativen.
Stand: Oktober 2026. Alle Angaben zu Synthesia laut öffentlicher Website des Anbieters, siehe Quellen.