Zwei Arten, einen Film zu machen
Lange gab es für Unternehmensfilme nur einen Weg: ein Konzept schreiben, ein Team buchen, drehen, schneiden. Heute kommt ein zweiter hinzu. KI-Videoproduktion erzeugt Szenen, Figuren, Orte, Grafik und Ton, ohne dass eine Kamera läuft. Der Dreh wird dadurch nicht überflüssig. Bei jedem Projekt stellt sich aber die Frage, was wirklich gedreht werden muss und was sich besser mit KI produzieren lässt.
Was der klassische Dreh leistet
Ein Dreh zeigt die Wirklichkeit. Die Geschäftsführerin spricht selbst, die Produktion läuft in der echten Halle, das Produkt ist das echte Produkt. Bei Testimonials, Werksreportagen, Event-Filmen und überall dort, wo Menschen aus dem Unternehmen erkennbar sein sollen, ist diese Echtheit durch nichts zu ersetzen.
Der Preis dafür ist Aufwand: Vorproduktion, Drehgenehmigungen, Team, Technik, Drehtage und Postproduktion. Änderungen nach dem Dreh sind nur im Schnitt möglich oder mit einem Nachdreh.
Was KI-Videoproduktion leistet
Mit mint cinematic entstehen KI-generierte Realfilm-Szenen mit Figuren, Orten, Licht und Kamerafahrten. Der Ablauf: Briefing oder fertiges Skript, Skript mit Logline, Charakteren und Szenen, Storyboard mit Bild-Prompts je Szene, Szenenbilder in der Markensprache mit Varianten zur Auswahl, Ton mit Sprecher und Charakterstimmen, Videoszenen zum Beispiel mit Seedance, Feinschnitt im Editor und Export. Die Sprachen sind Deutsch, Englisch und Italienisch.
Für Inhalte, die nicht gespielt werden müssen, gibt es mint motion design: Filme im exakten Corporate Design, mit Kennzahlen, Listen und Prozessen. Dort lassen sich auch eigene Fotos und Videos einbinden.
Beispiele aus dem Pilotbetrieb
Diese Netto-Produktionszeiten stammen aus dem Pilotbetrieb von mint cinematic. Sie zeigen Größenordnungen, keine Zusage:
| Film | Länge | Netto-Produktionszeit |
|---|---|---|
| Dokumentarisch | 15 Sekunden | 4 Stunden |
| Erklärfilm | 1:15 Minuten | 1 Stunde |
| Kampagne | 1:08 Minuten | 90 Minuten |
| Social-Clip | 33 Sekunden | 1 Stunde |
| Erklärfilm | 1:36 Minuten | 115 Minuten |
Wann der klassische Dreh besser passt
- Echte Menschen aus dem Unternehmen sollen erkennbar sein, etwa im Interview oder Testimonial.
- Das echte Produkt, das echte Werk oder ein echtes Ereignis steht im Mittelpunkt.
- Dokumentarische Glaubwürdigkeit ist wichtiger als Gestaltung.
- Der Film soll ohne jede KI-Kennzeichnung auskommen.
Wann KI-Videoproduktion besser passt
- Szenen wären schwer, teuer oder gar nicht zu drehen: andere Orte, andere Jahreszeiten, Zukunftsszenarien.
- Eine Idee soll vor dem Dreh sichtbar werden, als Pitch oder Previsualisierung.
- Es werden viele Varianten gebraucht, etwa für Social Ads oder Microdramas.
- Recruiting-Storys oder Kampagnen sollen in der Markensprache erzählt werden, ohne Drehtage.
Dreh und KI kombinieren
In der Praxis ergänzen sich beide Wege. Drei typische Muster:
- Previs vor dem Dreh: In mint cinematic entstehen Storyboard und Szenenbilder je Szene, bevor Videoszenen erzeugt werden. Über das Storyboard-PDF stimmst du dich ab, bevor ein Drehtag gebucht wird.
- Eigenes Material im Markendesign: Vorhandene Firmenfotos und Videoaufnahmen werden in mint im Markendesign verarbeitet, Fotos lassen sich per Bild-zu-Video in Bewegung setzen.
- Übergabe an die Postproduktion: mint cinematic exportiert MP4 und FCPXML für Premiere Pro und Final Cut. So kann ein Schnittteam KI-Szenen mit gedrehtem Material verbinden. Hochskalieren auf 1080p oder 4K ist möglich.
Ein erfundenes Beispiel: Ein Energieversorger dreht für seinen Imagefilm echte Interviews mit Mitarbeitenden im Netzbetrieb. Die Szenen, die zeigen, wie eine Stadt im Jahr 2040 mit Energie versorgt wird, entstehen mit mint cinematic. Im Schnitt kommen beide Teile über FCPXML zusammen. Wie so ein Projekt aufgebaut ist, zeigt Imagefilm mit KI erstellen.
Planung, Abstimmung und Rechte
Auch die Abstimmung läuft unterschiedlich. Beim Dreh werden Konzept, Rohschnitt und Feinschnitt nacheinander abgenommen, und was am Drehtag nicht aufgenommen wurde, fehlt später. Bei mint cinematic lässt sich der Film schon vorher Szene für Szene prüfen: im Storyboard-PDF und über einen externen Review-Link mit Freigabe je Szene. Wer in Szenen und Einstellungen plant, gibt dabei präziseres Feedback. Mehr dazu steht im Glossareintrag Shot und Szene.
Bei Rechten unterscheiden sich die Wege ebenfalls. Beim Dreh braucht es Einwilligungen der gezeigten Personen und Genehmigungen für Drehorte. Bei KI-Szenen gibt es keine realen Darsteller, dafür stellt sich die Frage der Kennzeichnung. Werden eigene Fotos von Mitarbeitenden verarbeitet, gelten dieselben Einwilligungen wie beim Dreh.
Für die Entscheidung im Einzelfall helfen drei Fragen: Muss die gezeigte Person oder der gezeigte Ort echt sein? Brauchst du Varianten oder eine Vorschau, bevor Budget gebunden wird? Und wie oft soll der Film später angepasst werden?
Kennzeichnung und Verantwortung
Wer KI-generierte Szenen veröffentlicht, sollte die Kennzeichnung mitdenken. Nach Art. 50 des EU AI Act müssen insbesondere Deepfakes offengelegt werden. Im Brand Kit von mint gibt es dafür eine Einstellung zur KI-Kennzeichnung. Einen Überblick gibt der Glossareintrag KI-Kennzeichnung, die rechtliche Bewertung im Einzelfall gehört in die Rechtsabteilung.
Stand: Oktober 2026.